Zur Jurysitzung 2016

Mit der Festival-Büro-Chefin Simone Dake saß endlich mal wieder eine Frau in der Jury, die drei der vier RUTH-Preisträger kürt. Ob es daran lag, dass die Entscheidung für Stoppok als Hauptpreis-Träger so schnell fiel? Nein, er kriegt sie nicht, weil er in diesem Jahr 60 Jahre alt wird. Aber er stand schon mehrfach zur Debatte, ward sowohl von den ARD-Anstalten wie vom Festival vorgeschlagen worden und wurde auch vom creole-Kreis für außerordentlich würdig befunden. Da ist ein solch runder Geburtstag manchmal der letzte Auslöser, zu sagen: Verdient hat er sie schon lange, jetzt geben wir sie ihm auch mal. Dass er zum Preisträger-Konzert bei einem Weltmusikfestival mit seinen indischen Artgenossen auftritt, macht die Wahl so richtig rund.

 

Aus den glorreichen Sieben, die für die Ehren-RUTH nominiert worden waren, einen Sieger zu küren, war dann schon schwieriger. Auch hinter Preisträgern wie dem Label Trikont (2003) oder Malzhaus Plauen (2010) standen (und stehen) kluge Köpfe; es waren aber die Initiativen, die Aktivitäten, die Vielzahl der Beteiligten, die ausgezeichnet wurden. Genauso ist es in diesem Jahr: Hinter dem Spielkurs für Dudelsack und Drehleier steht eine unermüdliche Netzwerkerin, Andrea Hotzko; eingeschlossen in die Ehrung sind aber auch alle DozentInnen und sonstige Beteiligte, die die Spielkurse erst möglich machen.

 

Bei der Entscheidung für die Förder-RUTH kam uns zugute, dass just vor der Jury-Sitzung der creole-Wettbewerb in Nordrhein-Westfalen stattgefunden hatte. Zu den Preisträgern gehörte auch ein Förder-RUTH-Kandidat, der schon 2015 auf dem Zettel gestanden hatte: Das Wuppertaler Multi-Kulti-Nonett Royal Street Orchestra hatte die Jury im September in Dortmund überzeugt, die es zu einem der beiden NRW-Sieger erkor. Dem schloss sich nun auch die RUTH-Jury aus vollem Herzen an.

 

Mit diesen drei ausgesuchten Preisträgern ging im November das Team des Rudolstadt-Festivals in Klausur, um seinen eigenen Kandidaten dazuzupuzzeln. In wenigen Regionen Deutschlands ist derzeit so viel Kreativität spürbar wie in Bayern. Mit Matthias Schriefl stand ein Kandidat zur Debatte, der einerseits ein exzellenter Musiker ist, andererseits aber auch die neue bayerische Blasmusik vortrefflich symbolisiert. Seine Musik ergänzt zudem die der musikalischen anderen Preisträger so gut, dass das RUTH-Preisträgerkonzert erneut ein grandioses musikalisches Erlebnis zu werden verspricht.

 

 

 

Die Jury 2016

Tiago de Oliveira Pinto (Vorsitz)

Simone Dake (Rudolstadt-Festival)

Ulrich Doberenz (Rudolstadt-Festival)

Peter Eichler (MDR)

Gereon Schoplick (Creole)

 

 

Termin: Sa 9. Juli 2016 - 14.30 Große Bühne Heidecksburg