Vom Folkförderpreis zur RUTH


Der Erfolg des 1. Tanz&FolkFests Rudolstadt (des heutigen TFF) 1991 hatte der in einer zarten Renaissance begriffenen Folkszene zusätzlichen Auftrieb und den Mut gegeben, einen eigenen Genrepreis ins Leben zu rufen, so dass durch den MDR Kultur (heute Figaro), den Verband Profolk und das Rudolstädter Festival 1992 der erste Deutsche FolkFörderpreis ausgelobt wurde. Er fand als Wettbewerbspreis eine gute Resonanz in der Folkszene, seine Abschlusskonzerte auf dem Rudolstädter Neumarkt waren für das Fachpublikum schnell zu heimlichen Höhepunkten des Festivals avanciert. Begrenzt blieb in den Folgejahren allerdings die Anziehungskraft auf jüngere Musiker, die eigentlich im Fokus der Auslober standen, und auf ein größeres Publikum sowie auf die Medien. Daran mochten auch die über mehrere Jahre realisierten Veröffentlichungen der Nominierten auf verschiedenen Promotion-Samplern  nichts zu ändern.

Der Durchbruch für den Preis kam mit der Öffnung wesentlicher Protagonisten der Szene und des Publikums für die besonders vitalen Spielarten der Weltmusik. Markus Brachtendorf, Musiker und Produzent, und Robert Zollitzsch, als innovativer Zithervirtuose einst selbst FolkFörderpreisträger, erfanden der RUTH 2002 nicht nur den Namen, sondern entwickelten auch ihr bis heute erfolgreiches Profil.
Das schloss den Abschied vom Wettbewerb zugunsten eines Nominierungspreises ein.
Nach einem Intermezzo auf dem Rudolstädter Marktplatz haben die Preisträgerkonzerte seit 2003 ihren Ort im Hof von Schloss Heidecksburg. Hier bilden jährlich tausende TFF-Besucher einen begeisternden Rahmen, der auch dazu beiträgt, dass RUTH durch die Medien immer stärker reflektiert wird.

RUTHs jüngste Neuerungen datieren aus dem Jahr 2007. Unter Regie von MDR Figaro rückten weitere ARD-Anstalten in die Reihe der Auslober und für Profolk kam der Trägerkreis „Creole – Weltmusik in Deutschland“. Da zwischen dem Wettbewerbspreis um Creole und der Newcomer-RUTH große Schnittmengen festgestellt werden konnten, verzichtete RUTH im Sinne klarer Konturen auf seinen Nachwuchspreis. Im Gegenzug gibt es die Chance, nicht nur Multiplikatoren und Förderer von Weltmusik in Deutschland, sondern auch Musiker und Bands selbst für ihre Lebensleistung zu ehren.