RUTH im Jahre 2006


Die RUTH-Jury konnte wieder auf gute Vorschläge des Beirates zurückgreifen. Die Angst war unbegründet, nach dem so guten Jahrgang 2005 in ein Qualitätsloch zu fallen. Denn mit den Preisträgern Wecker und Oppermann für die Deutsche RUTH und die Globale RUTH konnten würdige Nachfolger für die Biermösl Blosn und Rabih Abou-Khalil gefunden werden. Auch bei den „Newcomern“ wurden mit den Ohrbooten und dem Duo Bögeholz & Mosalini Künstler ausgewählt, deren Qualitäten überzeugen.

Dabei war es diesmal nicht ganz so einmütig wie noch 2005, denn es gab längere Diskussionen in den beiden Hauptkategorien. So hätten wir gerne noch Etta Scollo eine RUTH verliehen, dieser wunderbaren Stimme aus Hamburg mit italienischem Ursprung. Nur sprengt das den Rahmen, es musste alternativ entschieden werden. Dank des gewachsenen Vertrauens innerhalb der Jury war auch die Bereitschaft groß, gut gepflegte Vor-Urteile abzulegen, die sich z.B. mit der Arbeit von Konstantin Wecker verbinden. Da war es wichtig, dass ein Juror sehr direkt und persönlich aus aktuellen Kooperationen von den neuen musikalischen Wegen berichten konnte. Ja, die Jury hat bei den „alten Hasen“ in diesem Jahr stärker als je zuvor die Persönlichkeiten der Künstler, auch ihr (nicht nur) über die Musik transportiertes gesellschaftliches Engagement, mit in die Beurteilung einbezogen – die musikalischen Meriten standen ja außer Zweifel.

Einmal mehr gab es eine Debatte zur Zuordnung in die Preiskategorien: macht die Aufteilung in „deutsch“ und „global“ wirklich Sinn? Klappt es bei den Newcomern nicht trotzdem gut ohne eine solche Trennung? Der „deutsche“ Preisträger Wecker überzeugte die Jury unter anderem mit seinem internationalen Projekt und der „globale“ Rüdiger Oppermann ist absolut kein kultureller „Migrant“..

Zum Schluss hat der Chronist für die Jury Dank abzustatten: dem Beirat für seine hochwertigen Steilvorlagen und Steffen Henkel vom Büro des Preises für seine hervorragende Unterstützung. Bleibt zu hoffen, dass auch das Publikum wieder Gefallen an der Auswahl findet. Wir sehen uns auf die Preisverleihung.

Peter Schneckmann – Juryvorsitzender 2006

Im Jahr 2005 hat die Jury folgende Preise verliehen:
In der Kategorie „Deutsche RUTH“: Konstantin Wecker – Bagdad-Kabul-Projekt
In der Kategorie „Globale Roots“: Rüdiger Oppermann Karawane – Seidenstraße-Projekt
In der Kategorie „Newcomer I“: Ohrbooten
in der Katekorie „Newcomer II“: Duo Bögeholz & Mosalini

Ehren-Ruth: Dr. Hartmut Franz



Die Jury 2005: Cornelia Rost (Musikredakteurin, Frankfurt/Main) Gigi Backes (Musikverlegerin, Berlin), Holger Janssen (Hörfunkjournalist, Mönkeberg), Markus Brachtendorf (Musiker, Köln), Wenzel (Musiker und Preisträger 2003 in der Kategorie Deutsche Roots, Berlin) und Peter Schneckmann (Veranstalter und RUTH-Juryvorsitzender, Frankfurt/Main).
Die Beiräte 2005: Ulrich Doberenz (tff.Rudolstadt | Festivaldirektor), Heidi Zink (PROFOLK e.V.), Annette Heit (Berlin | Veranstalterin, Werkstatt der Kulturen), Mike Kamp (Journalist | Herausgeber FOLKER!), Norbert Krampf (Berlin/Frankfurt | freier Musikjournalist u.a. FAZ), Jo Meyer (Berlin | Musiker), Volker Rebell (Frankfurt | freier Musikjournalist u.a. Hessischer Rundfunk).