Ruth im Jahre 2004
In der Arbeit für die Auswahl der Preise wie schon 2003/2004 ein Wechselspiel zwischen Tradition und Neuerung, vor allem aber doch geprägt durch wichtige Änderungen. So war z.B. ein völlig neuer, 15-köpfiger Beirat statt der drei (nur noch dort vertretenen) Auslober mdr.kultur, Profolk e.V. und TFF.Rudolstadt aufgerufen, der Jury ihre Nominierungen (begründet) vorzulegen. Die Ehren-Ruth hingegen wurde direkt von den Auslobern benannt, der Newcomer-Preis nicht mehr in „deutsch“ oder „global“ aufgeteilt und auch der Juryvorsitz selber sowie die Jury erfuhren personelle Neuzugänge. Grundsätzliche Strukturen aber, wie die Bindung der (Musiker-) Preise an einen Auftritt beim TFF, blieben weiterhin gültig.
Ruth 2004 hat viele rührige Väter und Mütter: die Beiräte kamen ihrer neuen Pflicht nach, die zahlreichen Vorschläge auch zu begründen. Nicht immer waren dabei zwar die hehren Preisgrundsätze wie „Lebensmittelpunkt in Deutschland“ oder „noch lebend“ (logisch wegen der Spielpflicht –oder?) im Hinterkopf verankert, so dass aus den knapp 50 Nominierungen leider so illustre Namen wie Johnny Cash gleich doppelt begründet aussortiert werden mussten. Aber am Ende hatte die Jury dank einer kompetenten Vorarbeit des Beirats immerhin Musik von etwa 40 Bands vor der Jurysitzung auf dem Tisch liegen und musste sich eine gemeinsame Meinung bilden. Bei den „deutschen“ und „globalen“ Ruths war vieles dabei, was man schon kannte: Namen, die in der Szene seit Jahren zirkulieren. Aber nicht immer sind sie gerade in den letzten 18 Monaten durch Besonderes aufgefallen, wie der Preis fordert. Es war schade um manchen Vorschlag. Natürlich: das Feld der „Globalen“ war am größten und noch ein würdiger Preisträger mehr wäre kein Problem gewesen. Preiswürdiges „Deutsches“ dagegen schien eher rar zu sein - und die Jury fast etwas ratlos. Bei den Newcomern waren etliche Nominierungen völlig neu für die Experten, so dass Hören und gemeinsames Bewerten besonders wichtig wurden. Aber gerade hier schälte sich schnell ein eindeutiger Preisträger heraus sowie eine Preisverleihung im Sinne der guten alten Tradition des Förderpreises.
Die Jury hat nach ihrer Sitzung in Frankfurt den Auslobern 6 Namen von Bands übermittelt, die alle als preis – würdig erachtet wurden. Sie ist angesichts der späten Juryentscheidung froh darüber, dass trotz der Preisbindung an den Auftritt beim TFF fast immer ihrer Rangliste gefolgt werden konnte.
Peter Schneckmann – Juryvorsitzender 2004
Im Jahr 2004 hat die Jury folgende Preise verliehen:
In der Kategorie „Deutsche Roots“: HISS
In der Kategorie „Globale Roots“: Wu Wei
In der Kategorie „Newcomer I“: Yallo Babo Express Orchestra
in der Katekorie „Newcomer II“: Zoriya
Ehren-Ruth: Walter Mossmann
Die Jury 2004:
Brigitte Backes (Musikverlegerin), Gordon Friedrich (Produzent), Utta Fritsche (Agentin), Dr. Martin Hufner (Musikjournalist), Cornelia Rost (Musikredakteurin), Peter Schneckmann (Veranstalter), Robert Zollitsch (Musiker / Juryvorsitzender)


