„Ruths 2001“


Rainer Prüß, Vorsitzender der Jury 2001, schrieb der Preisträger CD folgende Zeilen ins Booklet: „Zum zehnten Mal Deutscher Folkförderpreis. So eine bunte Mischung hatten wir selten. Multi-Kulti Mix, gute Instrumentalisten, gute Stimmen und engagierte Texte. Wie das in einen Topf passt? Immer weniger.
Zehn Jahre Deutscher Folkförderpreis, zehn Jahre Diskussion um Äpfel und Birnen und endlich der neue Weg. Dieses ist die letzte Scheibe: Obstsalat. Der Deutsche Folkförderpreis wird zum Deutschen Folkpreis in differenzierter Spartenbildung. Das schien nötig und wir hoffen mit dieser Entscheidung dem Anliegen des Preises gedient zu haben.
Hier aber die Zehnte, die wir Ihnen gerne ans Herz legen – engagierte Musik in jeder Beziehung. Hier gehen Interpreten ihren Weg abseits vom Mainstream und das ist in jeder Hinsicht bemerkenswert und diskutabel im Sinne von „lohnt sich“. Also reinhören, sich dran freuen, reflektieren.
Ist das Deutsch-Folk? Das ist deutsch Folk 2002. Im Übrigen: die Jury dankt für 10 Jahre Hörgenuss und das Vertrauen. Wir wünschen den Nachfolgern das Gleiche und der musikalischen Szene eine ungebrochene Experimentierfreude, Integrationskraft und Spaß an so was wie „Folk“, oder wie man das immer nennen mag.“

Die Preisträger 2001:
Toni Gelling - Iki Dünya - Ecco Meineke


Toni Gelling
Für Toni Geiling ist Musik Berufung. Der 26Jährige bezeichnet sich selbst in erster Linie als Geiger. Irish Folk inspirierte ihn maßgeblich. Während seiner Reisen durch Irland und Australien knüpfte er nachhaltige Kontakte zu Musikern, wie dem Gitarristen John Sonders, mit dem er gelegentlich im Duo auftritt. Musikalisch zu Hause fühlt er sich in den verschiedensten Genres. So schreibt er Musik für Theater, Film und Tonaufnahmen. Neben zahlreichen folkloristischen Stücken entstanden auch Werke für klassische Besetzungen und eine ganze Reihe von sowohl deutsch- als auch englischsprachigen Liedern. Im Sommer 2001 veröffentlichte Toni seine erste CD unter dem Titel „Sun Appletree, Moon, Bumblebee", die einen Querschnitt seines Schaffens der vergangenen 5 Jahre enthält. Neben all seinen vielfältigen musikalischen Aktivitäten studiert er außerdem an der Martin-Luther-Universität seiner Heimatstadt Halle Grundschulpädagogik.

IIki Dünya
Iki Dünya / Zwei Welten. Gesegnet mit einer magischen nordischen Stimme und einer türkischen Seele ist Sophie Schultze (vocal, keyboard, minipercussion) das Herz dieser aussergewöhnlichen Musikformation. Trotz vollständig deutscher Familienwurzeln singt sie seit 1990 in türkischer Sprache. Ob im Türkei Pavillon der EXPO 2000, auf dem Nürnberger Bardentreffen oder auf zahlreichen Kleinkunstbühnen, das deutsche wie türkische Publikum ist hingerissen von der leidenschaftlichen Darbietung ihres Gesanges. „Geradeheraus, in einem wunderbaren Fluss liebt und leidet, schwärmt und schwebt, sehnt sie und ist eins mit der Musik. Paddy Maindok an der Gitarre ist Mitspieler im perfekten Sinne. Stimme und Klang werden eins. Die musikalische Harmonie, die beide Akteure umgibt, nimmt ihrer Musik alles Fremde und lässt sie zu dieser Weltmusik werden." (Presse) Iki Dünyas Musik passt in keine Schublade, sie ist „Türkischer Fado', weltmusikalisches Chanson oder AkustikFolk-Pop gleichermaßen. Die farbenreichen Eigenkompositionen und die erfrischenden Minimalversionen türkischer Songs von Pop bis Traditionell eröffnen auf verführerische Art auch dem westlichen Ohr neue Welten jenseits der gängigen Hörformate.

Ecco Meineke
Der Name Ecco Meineke hat seit Jahren im Münchner Raum einen guten Klang. Er ist Kabarettist, spielt in diversen Bands Soul, Jazz und Klezmer, schreibt Texte für andere Künstler bzw. begleitet sie musikalisch, wie z. B. die irische Sängerin Valery McCleary und unterhält im Münchner Schlachthof/Ox eine eigene Veranstaltungsreihe. Außerdem tritt er als Singer/Songwriter in Erscheinung. Rechtzeitig vor seinem 40. Geburtstag, im Herbst 2000, schenkte er sich sein erstes Album ,Dritter Montag". „Brillantes Solo" urteilte die Süddeutsche Zeitung. „Ergreifend das musikalische Niveau, Stimmungen werden eingefangen, Gefühle aufgebaut und geschickt transportiert, immer wieder schlitzohrige Anspielungen und Gags mit Widerhaken" kommentierte die AZ. Außerdem spricht für seine vielseitigen Qualitäten, dass ihn Michael Bull Herbig als Songschreiber und Interpret für die erfolgreiche Filmproduktion „Der Schuh des Manitu" verpflichtete.